Es geschah alles wie nach einem Urknal, und nach dem 1. September nahm mein Leben einen anderen Lauf. Ich befinde mich jezt in einer anderen Zeit, die ich schon als kleines Kind zu fürchten lernte, als ich per Zufall die Bilder von Auschwitz sah.
Angesicht dieser Verbrechen, die ohne Vergleich in der Geschichte stehen, habe ich schon damals einen Eid abgelegt, in dem ich mir selbst versprach: Wenn so ein Verbrechen oder ähnliches jemals in mein Leben pasieren sollte, werde ich nicht tatenlos zusehen.
Damals war ich neun Jahre alt als mein Vater, der als Techniker in eine Chemiefabrik in Süd –Serbien arbeitete, plotzlich an Krebs ekrankte. Später habe ich in Erfahrung gebracht, dass diese Firma für die rusische Atombehörde arbeitete. Der Körper meines Vater war in solchem Maße kontaminiert, dass er an seinem vierzigsten Gebuhrstag verstarb.
Enttäuscht und traurig angesicht dieser Tasache, und teilweise auch wegen Machtlosigkheit irgendetwas gegen die Verantwortlichen unternehmen zu können, unterbrach ich mein Studium und beschloss meine Heimat für immer zu verlassen, und so kam ich nach Deutschland.
Mein Gott, ich werde nie vergessen, als ich die Grenze ohne nennenswerte Probleme
passierte und aus dem Zugfenster das herrliche Panorama Deutschlands stundenlang bewunderte.
Ja, das war Liebe auf dem ersten Blick. Ich verliebte mich in dieses Land, in dieses Volk, an die vielversprechende Demokratie, die Freiheit, die Menchenwürde und Gerechtigkeit, die es jedem Individuum versprochen hat. Ich war so überglücklich und fing an, meine Zukunft zu planen.
Als ich nach etlichen Strapazen und unendlichen Behördegängen meine Aufenthalserlaubnis bekam, wartete ich keinen Tag länger und fing sofort an, eine Arbeit zu suchen.
Als ich gerade durch die Tür des Arbeitsamt in den Warteraum eingetreten bin, sah ich eine Frau mit Kopftuch, wie sie mit Tränen in den Auge aus einem Zimmer heraus kam. Als nächste betrat ich das Zimmer, und als ich dort vor der Mitarbeiterin stand, grüßte ich höflich, aber bekam keine Antwort. Nun dachte ich – die Frau hat einen schlechten Tag, es ist nicht schlimm.
Sie verlangte zuerst meine Papiere und meinen Pass. Ich kann mich nicht erinnern, was mir an Unterlagen fehlte, aber sie warf mir meinen Pass vor die Füße und sagte – du bist nicht dran, draußen warten!
Ich blickte auf meinen Pass, der immer noch am Boden lag und dachte – dieser Pass ist meine Identität.Dieser Pass – das bin ich selber, warum tut sie so etwas?
Das war meine erste Begegnung mit Ausländerfeindlichkeit in Deutschland, aber ich nahm es nicht so ernst, denn ich hatte andere Pläne. Ich wollte ein besseres Leben, ich wollte die deutsche Kultur kennenlernen und dachte nur, wenn ich die Sprache schnell beherrsche, will ich mich bei jedem Deutschen bedanken, das ich hier Leben darf in Freiheit und Demokratie, die auf jeden Fall besser sind als der strenge Kommunismus. Und ich arbeitete viel, ich wollte jeden überzeugen, das ich nicht mehr verlange, als mein Geld selbst zu verdienen, um mir eine bessere Zukunft zu gestalten. Und obwohl ich ziemlich gebildet war und studiert habe, habe ich keine Arbeitsangebote ausgeschlagen. Ich ging Putzen, ich arbeitete in verschiedenen Fabriken, ich verkaufte Brötchen, ich trug Zeitungen aus, und habe mich nie beschwert und selbst die tagtäglichen Diskriminierung wollte ich nicht wahr haben. Bis sich einer meiner Vorgesetzten an mir vergriff und anfing, mich massiv sexuell zu belästigen. Ich reichte eine Beschwerde beim damaligen Bezirksleiter ein, der für die Firma züständig war, und verlangte zusätzlich die Entlohnung für die zahlreichen Übersunden, die man mir monatelang nicht ausgezahlt hatte.
„Wozu brauchst du das Geld? Ein Fladenbroth pro Tag für euch Muslime muss wohl reichen!“, war die zynische Antwort.
Stunden später, nachdem der Berziksleiter weg war, bedrängte mich ein Mananger, der mein Vorgesetzter war, im Kühlraum, der im Keller lag. Er belästigte mich sexuell und berührte meine Brüste. Widerholt versuchte er, mir die Hose runterzuziehen.
„Ich habe noch nie eine Muslimin probiert“, sagte er.
Ich weiss bis heute nicht, wie ich es geschafft habe, von dieser Bestie wegzulaufen.
Ich bekam augenblicklich hohen Blutdruck, so das ich abends, als ich nach Hause kam, mit Blaulicht ins Krankenhaus transportiert werden musste. Weil ich dazu noch einen Nervenzusammenbruch hatte, hakte der Stationsarzt mit Fragen nach und ich erzählte ihm alles. Er riet mir, eine Anzeige gegen den Mananger zu erstatten, und ich tat es. Er wurde nur deswegen verurteilt, weil sich seine Assistentin als Zeugin meldete. Sie war öfter Zeugin, als er mich beleidigte und einmal im Vorbeigehen auf dem Flur sittenwidrig berührte.
Das Urteil brachte mir ein wenig Befriedigung für meine beschmuzte Ehre und weibliche Sensibilität, aber der hohe Blutdruck blieb bis heute.
Später erhielt ich die Kündigung (aus Betriebsinternen Gründen, wie es hiess). …
Ich bin selber Psychologin und mit meinem fachlichen Wissen könnte ich mich schützen, dass ich nicht an chronischen Depressionen zu Grunde gehe. Aber die Bitterkeit in meiner Seele blieb, sie sitzt in meiner Seele fest.
Als ich die Bilder vom 11 Sempteber 2001 sah, da weinte ich aus Mitleid und teilte mein Mitgefühl und Bedauern mit den unschuldigen Opfern. Ich rief die Redaktion einer Lokalen Zeitung an und verurteilte öffentlich diese schreckliche Tat. Ich dachte – ich als Muslimin und als friedlicher Mensch bin verpflichtet, das zu tun. Ich bin gegen jegliche Gewalt. Viele meiner Nachbaren, Kollegen und andere Muslime haben sich bei mir bedankt, nachdem sie in der Zeitung meinen Text gelesen haben. Die waren alle zu tiefst betroffen.
Aber ich ahnte nicht, was auf uns Muslime noch zukommt. Ein paar ach dem
Terroranschlag setzte sich die mediale Öffentlichkeit auf die Jagd nach allem Islamischen in Bewegung. Jede Vorverurteilung war willkommen, und die Ereignisse überschlugen sich stündlich und täglich. Ich begriff nicht, wozu die Generalisierungen und kollektiven Beschuldigungen einer ganzen Religion, und fragte mich, was habe ich oder mein Nachbar mit dem Terror zu tun? Einige Deutsche schämten sich nicht, mir ins Gesicht zu sagen: Ihr seid genau so verlogen und hinterlistig wie die Juden!
Die Stimmung der Öffentlichkeit geriet unter die völlige Kontrolle von ARD und ZDF, und ich fing an zu beobachten, wie sich viele Medienhäuser als faschistische Denkfabriken entpuppten. Am Schlimmsten waren und sind immer noch die großen Medienhäuser wie „Der Spiegel“, „Die Welt», und der faschistisch orientierte Ralph Giordano durfte auch nicht fehlen. Der Bundesverdeinsordenträger, der an seinem Volk zweifelt und leidet , und der deswegen alle Vollblutjuden hasst. Er nennt sich Israeli und koketiert mit der Shoa, als ob sie sein Eigutum wäre, die er mit der Verfolgung seiner Mutter geerbt hat.
Dieser blinde, halbsenile Exstalinist nennt Israel –seine „geistige Heimat“ und dabei merkt er nicht, dass er damit viele Auschwitzüberlebenden beleidigt.
Seine Texte und die Hasspredigten, die er gegen Muslime immer noch verbreitet, haben uns in Deutschland lebende Muslime mehr Schaden zugefügt als die (angeblich) islamischen Terroristen, die das World Trade Center – zestört haben sollen.
Jetzt habe ich gehört, dass Giordano ein Buch schreibt (hoffen wir das letzte). Er will uns damit erzählen, wie ein fanatische Mossad –Agent noch einen Terroreinschlag plant, um das Bin Laden in die Schuhe zu schieben. Man sieht: der blinde Exstalinist kann nicht aufhören zu hetzen. Übrigens, sein Ziehvater Stalin hat gleiche Neigungen gehabt. Das nennt man Geistiges Erbgut oder «geistige Heimat»
Lächerlich sind seine Fürsorge für die Freiheit muslimischer Frauen, wobei er sie als Pinguine diffamiert und beschimpft. Er traut sich die Ex-PKK-Kämferin Mina Ahadi als Ziehpferd für den antichristlichen-antijüdischen und antiislamischen Karren zu spannen und hat die Hoffnung, dass ihm viele Musliminnen und andere gottllose Frauen um den Hals fallen. Wozu? Nicht doch wegen des Privilegs, dass, wenn sie die Kopftücher von ihren Köpfen reissen – sie nicht meh von Giordano, dem Papst aller Blinden, als Tiere dargestellt werden.
Erst kürzlich habe ich einen kleinen palästinensichen Jungen auf der Strasse getroffen. Ich sah, wie aus seiner Hosentasche ein Messer heraushing. Ich fragte ihn, warum er das Messer mit sich trage und wozu?
„Wenn die Amerikaner mich versuchen zu entführen, muss ich mich verteidigen!“ –antwortete der Seschsjährige.
Mir war augenblicklich kalt, als ob mir jemand mit einer kalten Hand das Herz brührte.
Ich arbeite zur Zeit an einem Projekt in der Jugendbetreung. In der Gruppe von 20 Jugendlichen sind einige Muslime. Diese berichten mir, wie sie von ihren Lehrern wie Dummköpfe und Koranschüler diffamiert werden. Sie beschweren sich über die ständigen grundlosen Polizeikontrollen, in denen minderjärige Jugendliche von Polizeibeamten auf der Strasse festgenommen und gefilzt werden. Händynummern werden kopiert, es wird nach Schuhgröße gefragt, und oft werden sie ins Revier mitgenommen und stundenlang verhört.
Die Eltern oder ggf. ein Vormund werden nicht benachrichtigt. Das ist gängige Praxis. Viele Jugendliche sind entweder apathisch oder aggressiv. Der Stiefvater Staat hat die Rechte ihrer Eltern an sich gerissen, um die (angebliche ) Integration in die Kopfe von diesen missachteten Migranten einzuhämmern – durch Nichtachtung, Denunziation , Unterbewertung und Vedächtigung – versteht sich. In der Sonderschule sitzen hochintelligente Migranten –Kinde,r die aus Plazmangel aus anderen Schulen als Überfluss in der Sonderschule landen. Denjenigen, die gute Noten haben, wird abgeraten, aufs Gymnasium zu gehen. Begründung – „aus kulturelle und sozialen Gründen„ Eine Migrantin erzählte mir mit Trännen in den Augen, wie die Lehererin ihren Sohn in einem Supermarkt an die Schulter packte und sagte: – Du bist zu dumm für ein Gymnasium, wer hat dir geraten,dich dort anzumelden ?
Als die Mutter dazwischen ging, um ihr Kind von die aggressiven Lehrerin zu schützen, hörte sie, wie sie, nachdem sie zwei Meter zurückging – du stinkst.
Die Frau ging zur Schulleiterin, die bis heute kein Zeit hatte, um die Mutter zu empfangen .
Das, was ich hier beschrieben habe, ist nur ein Bruchteil dessen, was wir als Muslime und überhaupt als Migranten erdulden mussen .
Und die Propaganda geht weiter. Uns und der Welt wird jeden Tag eine neues Bild aus der faschistischen Denfabrike „Der Spiegel„ unter die Nase gehalten. Bis eines Tages die Züge wieder zum Rollen beginnen, um uns, genauso wie die Juden damals, in irgendein Konzentrationslager zu transportieren . Ich appelliere an alle Juden und alle Muslime: „Denken sie schneller und bewuster als die Zugen rollen können !“
Elifa Krijestorac